Cybercrime in Deutschland 2025: Das BKA-Bundeslagebild und was es für Verteidiger bedeutet

333.922 erfasste Fälle, 1.041 angezeigte Ransomware-Angriffe, rund 90 % davon gegen den Mittelstand, und ein KI-Einsatz, der die technische Einstiegshürde für Angreifer spürbar senkt. Das im Mai 2026 veröffentlichte Bundeslagebild Cybercrime 2025 des Bundeskriminalamts zeichnet das Bild einer Bedrohungslage, die nicht mehr nur quantitativ, sondern vor allem qualitativ wächst. Wir haben die Kernzahlen aufbereitet und zeigen, an welchen Stellen kontinuierliche, ausnutzungsorientierte Sicherheitstests den Unterschied machen.

Die Lage 2025 in einem Satz: gleich viele Fälle, deutlich mehr Schaden

In der zusammengefassten Betrachtung von Inlands- und Auslandstaten registrierte die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 333.922 Cybercrime-Delikte im engeren Sinne, ein geringfügiger Anstieg von 0,2 % gegenüber dem Vorjahr. Die scheinbare Stabilität täuscht jedoch. Erstens verschiebt sich das Geschehen ins Ausland: Die Auslandstaten stiegen auf 207.888 Fälle (ca. +3 %) und übersteigen damit die 126.034 Inlandstaten (-4,1 %) deutlich. Cybercrime macht inzwischen 31,4 % aller in der Auslands-PKS erfassten Straftaten aus, fast ein Drittel.

Zweitens (und das ist die eigentliche Botschaft) explodieren die Schäden. Laut einer 2025 durchgeführten Bitkom-Erhebung beliefen sich die durch Cyberattacken verursachten Schäden in Deutschland auf rund 202,4 Mrd. Euro, ein Plus von 24 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr. Gemessen am gesamten erfassten Wirtschaftsschaden (289 Mrd. Euro) entfielen damit rund 70 % auf Cyberangriffe.

Hinzu kommt eine ernüchternde Strafverfolgungsrealität: Während die Aufklärungsquote bei Inlandstaten 31,4 % beträgt, liegt sie bei den Auslandstaten (also dort, wo die Täter sich im Ausland aufhalten oder unbekannt sind) bei lediglich 2,0 %. Für Unternehmen heißt das in der Praxis: Auf nachträgliche Aufklärung ist kein Verlass. Der Hebel liegt vor dem Angriff, nicht danach.

Ransomware bleibt die zentrale Unternehmensbedrohung und trifft den Mittelstand

Angriffe mit Verschlüsselungstrojanern sind erneut die bestimmende Bedrohung für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. 2025 wurden 1.041 Ransomware-Angriffe angezeigt, 10 % mehr als 2024 (950 Fälle). Die für Verteidiger entscheidende Zahl steht im Detail:

  • 96 % der Angriffe richteten sich gegen Unternehmen, Organisationen und Institutionen.
  • Rund 90 % trafen kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
  • Etwa 100 verschiedene Ransomware-Varianten wurden gegen deutsche Geschädigte eingesetzt, angeführt von Akira und SafePay, gefolgt von INC/Lynx, LockBit, Qilin und DragonForce.
  • Ca. 76 % der Angriffe folgten dem Modus Operandi Double Extortion: Verschlüsselung und Datendiebstahl mit Veröffentlichungsdrohung.

Die Mär vom „Wir sind zu klein, um ein Ziel zu sein" ist mit diesen Daten endgültig widerlegt. Das Gegenteil ist der Fall: Der Mittelstand ist nicht trotz, sondern wegen seiner Größe attraktiv: oft genug fehlt das Sicherheitsbudget eines Konzerns bei vergleichbarer Angriffsfläche.

Bemerkenswert ist die Entwicklung beim Lösegeld. Die Zahlungsbereitschaft sinkt: Nur noch 7 % der Geschädigten gaben an, gezahlt zu haben (2024: 9 %). Wer aber zahlte, zahlte mehr: im Mittel umgerechnet 456.335 US-Dollar (2024: 276.615). Die Gesamtsumme der in Deutschland erfassten Lösegeldzahlungen stieg um 93 % auf 15,5 Mio. US-Dollar. Auf den sogenannten Dedicated Leak Sites wurden 2025 zudem 292 deutsche Geschädigte namentlich gelistet, ein Anstieg um 88 %.

Was das für Tests bedeutet: Double Extortion beginnt fast nie mit der Verschlüsselung: sie ist der letzte Schritt. Davor stehen Erstzugang, Rechteausweitung und Datenausleitung, häufig über eine ausnutzbare Schwachstelle in einer öffentlich erreichbaren Anwendung oder über gestohlene Zugangsdaten. Genau diese Kette (und ob sie in Ihrer konkreten Konfiguration tatsächlich durchlaufbar ist) lässt sich nur durch echte Ausnutzung prüfen, nicht durch einen Schwachstellenscan, der Signaturen abgleicht.

Schwachstellen: der unterschätzte Eintrittsvektor

Das BKA benennt IT-Schwachstellen ausdrücklich als kritische Eintrittsvektoren. Die Dimension liefert ein Verweis auf die US-Behörde CISA: 245 Schwachstellen wurden 2025 aktiv durch Cyberkriminelle ausgenutzt, ein Anstieg von rund 32 % gegenüber dem Vorjahr. Parallel dazu bleibt Phishing der beliebteste Erstzugangsvektor; die Verbraucherzentrale NRW verzeichnete 382.470 Phishing-Mails (ein Rückgang von ca. 10 %, aber weiterhin auf hohem Niveau).

Der entscheidende Punkt für die Verteidigung: Nicht jede bekannte Schwachstelle ist in jeder Umgebung ausnutzbar, und nicht jede ausnutzbare Schwachstelle taucht in einer CVE-Datenbank auf. Ein Schwachstellenscan beantwortet die Frage „Ist hier eine bekannte Lücke?". Ein Penetrationstest beantwortet die teurere Frage: „Kommt ein Angreifer hier tatsächlich durch, und wie weit?" Bei aktiv ausgenutzten Schwachstellen ist genau diese zweite Frage die, die über einen Sicherheitsvorfall entscheidet.

DDoS und Hacktivismus: Druck aus dem geopolitischen Umfeld

Der Trend der Vorjahre setzt sich fort. Im Netz der Deutschen Telekom wurden 2025 36.706 DDoS-Angriffe gemessen (+25 %), im Schnitt über 3.059 pro Monat. Auffällig: Durchschnittliche Dauer (41 Minuten, -15 %) und Bandbreite (705 MBit/s, -41 %) sanken, was das BKA nicht als Entwarnung liest, sondern als Verschiebung hin zu vielen, kurzen, gezielten Angriffen mit niedriger Bandbreite, die schnell Wirkung entfalten.

Getrieben wird das Geschehen von Hacktivismus im geopolitischen Kontext: Die Zahl der Angriffsankündigungen und -meldungen gegen Ziele in Deutschland stieg um 224 % auf über 700. Die pro-russische Gruppierung NoName057(16) verdoppelte ihre Kampagnen nahezu (10 DDoS-Wellen, 2024: 6) und betraf 378 Behörden und Unternehmen (+176 %). Bevorzugte Ziele: Bundesbehörden, öffentliche Verwaltungen, Verkehrsunternehmen und Logistikdienstleister.

Hier ist Ehrlichkeit angebracht: Gegen volumetrische DDoS-Angriffe hilft kein Pentest, sondern Resilienz-Architektur: Upstream-Filterung, Anycast, Überkapazität. Was Sicherheitstests beitragen, ist die Kenntnis der eigenen Angriffsfläche: Welche Dienste sind überhaupt öffentlich erreichbar? Welche vergessenen Staging- oder Admin-Endpunkte exponieren mehr als nötig? Diese Inventur ist die Voraussetzung jeder Resilienz-Planung.

Künstliche Intelligenz senkt die Einstiegshürde, auf beiden Seiten

Das vielleicht wichtigste Kapitel des Lagebilds widmet sich der KI. Das BKA bewertet KI ausdrücklich als neutrale Technologie, deren Wirkung vom Nutzungsmotiv abhängt, betont aber unmissverständlich: Der Einsatz von KI senkt die technische Einstiegshürde für nahezu jede cyberkriminelle Aktivität. Konkret beschreibt der Bericht, dass KI genutzt wird, um

  • Phishing-Mails fehlerfrei, mehrsprachig und auf den Empfänger zugeschnitten zu erstellen, wodurch sie authentischer und gefährlicher wirken;
  • Zielsysteme strategisch auszukundschaften (Reconnaissance), Schwachstellen zu identifizieren und sich so schneller und unauffälliger Zugang zu verschaffen;
  • Malware dynamisch zu erzeugen: der Bericht nennt Varianten wie Lamehug, Promptlock, Koske und Promptflux, die zur Laufzeit mit KI-Modellen interagieren oder ihren Code automatisch verändern.

Besonders aufschlussreich ist ein vom Bericht dokumentierter Fall: Im September 2025 deckte der KI-Entwickler Anthropic eine Angriffsserie auf, bei der sein KI-Modell missbraucht wurde, um nahezu autonom rund 30 Organisationen und Behörden anzugreifen. Die KI fungierte als zentrales Koordinierungstool und durchlief Phasen, die jeder Pentester wiedererkennt: Zielauswahl, Auskundschaftung, Identifikation von Schwachstellen, Validierung von Exploits, Sammeln von Zugangsdaten, Ausweitung von Zugriffsrechten und Datenausleitung. Menschliche Beteiligung war nur noch punktuell nötig, etwa zur Freigabe der Exploit-Ausführung.

Das BKA prognostiziert, dass der zunehmende Einsatz agentischer KI Cyberdelikte künftig in höherer Intensität und stärker automatisiert ermöglicht. Und es weist auf die Kehrseite hin: KI ist nicht nur Tatmittel, sondern auch Angriffsziel: Indirect Prompt Injections und die Kompromittierung von KI-Rechenleistung gehören zur neuen Bedrohungslandschaft.

Die Asymmetrie, die daraus folgt: Angreifer skalieren Reconnaissance, Schwachstellen-Identifikation und Exploit-Validierung jetzt auf Maschinengeschwindigkeit. Ein einmal jährlicher, manueller Pentest (wochenlange Vorlaufzeit, fünfstellige Kosten) kann mit diesem Tempo strukturell nicht mehr mithalten. Verteidigung, die auf demselben Niveau arbeiten will, muss dieselben Fähigkeiten nutzen: ausnutzungsorientiertes Testen, autonom, im Rahmen einer definierten Freigabe und so oft, wie sich die Anwendung ändert, nicht so selten, wie es das Budget für externe Berater erlaubt.

Die Strafverfolgung schlägt zurück, aber das Modell ist asymmetrisch

Das Lagebild dokumentiert ein erfolgreiches Jahr für die Ermittler: 34 Zentrale Ermittlungen bundesweit (2024: 25), davon 29 gegen Ransomware-Akteure. International koordinierte Schläge wie die Operation Endgame (Phasen 2.0 und 3.0) gegen Dropper, Loader und Stealer, die Operation Eastwood gegen NoName057(16), die Operation Checkmate gegen Royal/BlackSuit sowie Takedowns von Plattformen wie Nulled, Cracked, Garantex und dem Archetyp Market zeigen Wirkung in der Underground Economy.

Diese Erfolge sind real, aber sie ändern nichts an der Grundasymmetrie. Infrastruktur lässt sich abschalten, Gruppierungen rebranden (HIVE → Hunters International → WorldLeaks ist nur ein Beispiel aus dem Bericht), und die Aufklärungsquote bei Auslandstaten bleibt bei 2,0 %. Für ein einzelnes Unternehmen bedeutet das: Die Polizei bekämpft das Ökosystem; die eigene Angriffsfläche bleibt die eigene Verantwortung.

Quo vadis 2026: das BKA erwartet weitere Eskalation

Die Prognose des Bundeskriminalamts ist eindeutig: Für 2026 sei mit einer quantitativen und qualitativen Steigerung der Bedrohungslage zu rechnen. Treiber sind die Weiterentwicklung von KI-Tools und deren Missbrauch, die schnelle Anpassungsfähigkeit der Täter (sichtbar 2025 am Wechsel zu verstärkter Data Extortion), perspektivisch das Quantencomputing sowie eine geopolitische Lage, die hacktivistische und staatlich gesteuerte Aktivitäten weiter befeuert.

Übersetzt in die Sprache der Verteidigung heißt „qualitative Steigerung": Angriffe werden gezielter, schneller und schwerer zu erkennen. Das verschiebt den Wert weg von periodischen Momentaufnahmen hin zu kontinuierlicher Verifikation.

Wo autonomes Pentesting konkret hilft

Kein einzelnes Werkzeug löst die im Lagebild beschriebene Lage: Phishing-Awareness, Backup-Strategien, Identitäts- und Zugriffsmanagement und DDoS-Resilienz bleiben unverzichtbar. Aber an drei Stellen, die der Bericht klar benennt, setzt ausnutzungsorientiertes, autonomes Pentesting direkt an:

  • Der Erstzugang über ausnutzbare Schwachstellen. 245 aktiv ausgenutzte Schwachstellen (+32 %) und 90 % der Ransomware-Fälle gegen den Mittelstand bedeuten: Die Frage ist nicht „Habe ich Lücken?", sondern „Welche meiner Lücken sind tatsächlich ausnutzbar?". Genau das prüft ein Pentest: durch echte Ausnutzung mit reproduzierbarem Beweis, nicht durch Mustervergleich.
  • Das Tempo. Wenn Angreifer Reconnaissance und Exploit-Validierung per KI automatisieren, muss Verteidigung mitziehen. Autonome Plattformen liefern einen vollständigen Pentest in 24 Stunden statt in drei bis sechs Wochen, und das nach jeder wesentlichen Änderung, nicht nur einmal im Jahr.
  • Die Wirtschaftlichkeit für den Mittelstand. Klassische Pentests kosten 10.000 bis 30.000 Euro pro Durchlauf, für viele KMU der Grund, gar nicht oder nur selten zu testen. Ein Festpreis von 1.995 Euro pro Pentest (rund 80 % günstiger) bringt regelmäßige Tests in Reichweite genau der Unternehmen, die laut Lagebild am häufigsten getroffen werden.

SQUR ist eine autonome Pentesting-Plattform für Web-Anwendungen und APIs, die genau diese Lücke adressiert. Neun spezialisierte KI-Agenten kundschaften aus, nutzen Schwachstellen real aus und verifizieren jeden Befund unabhängig, bevor er im Bericht erscheint. Das reduziert Fehlalarme und liefert statt Scan-Rauschen belastbare Beweise. In einem unabhängigen Pentest-Benchmark erreichte die Plattform 87,5 % und lag damit über dem besten menschlichen Pentester (85 %), mit 100 % bei Klassen wie IDOR, SQL-Injection, SSRF, XXE, GraphQL und Geschäftslogikfehlern. Befunde werden mit CWE-, CVE-, CAPEC- und MITRE-ATT&CK-Bezug sowie einer Risikoeinstufung angereichert; sämtliche Testdaten verbleiben in der EU (GCP-Region Brüssel). Wer zunächst nur die eigene öffentliche Angriffsfläche sehen will, startet mit dem kostenlosen Attack-Surface-Scan.

Die eigene Angriffsfläche kennen, bevor es ein anderer tut

Das Lagebild zeigt, wo Angreifer ansetzen. Ein kostenloser Initial-Scan zeigt, was an Ihren Domains öffentlich sichtbar ist, und ein Pentest, was davon tatsächlich ausnutzbar ist. Festpreis, 24-Stunden-Bericht, EU-Datenresidenz.

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